Die Adoption eines Haustiers ist ein aufregendes Erlebnis – sowohl für dich als auch für dein neues Familienmitglied. Doch die Eingewöhnung kann eine Herausforderung sein. Dein Tier kommt in eine völlig neue Umgebung, mit neuen Gerüchen, Geräuschen und Regeln. Damit es sich schnell sicher und wohlfühlt, ist eine ruhige und durchdachte Eingewöhnungsphase entscheidend.
Die ersten Stunden: Ein ruhiger Start ins neue Leben
Der Umzug in ein neues Zuhause ist für jedes Tier eine große Veränderung. Direkt nach der Ankunft sollte dein Haustier erst einmal in Ruhe ankommen dürfen. Am besten führst du es langsam in sein neues Zuhause ein, ohne es sofort zu überfordern.
Bei Hunden hilft es, sie an der Leine durch die Wohnung oder das Haus zu führen und ihnen die wichtigsten Bereiche wie den Schlafplatz und die Futterstelle zu zeigen. Katzen hingegen erkunden ihr neues Zuhause lieber selbst. Ein separater, ruhiger Raum mit einem sicheren Versteck kann ihnen in den ersten Stunden Sicherheit geben.
Unabhängig von der Tierart ist es wichtig, dass du dein neues Familienmitglied nicht mit zu vielen Eindrücken auf einmal überforderst. Gib ihm Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.
Rückzugsorte und Sicherheit schaffen
Ein fester Rückzugsort hilft deinem Haustier, sich sicher zu fühlen. Hunde brauchen eine gemütliche Ecke mit einem Körbchen oder einer Decke, während Katzen oft eine Höhle oder einen erhöhten Platz bevorzugen. Kaninchen und andere Kleintiere benötigen ausreichend Platz, um sich in ihrem Gehege zu verstecken und sich sicher zu fühlen.
Vermeide in den ersten Tagen zu viele Besucher oder laute Geräusche, um Stress zu reduzieren. Besonders gerettete oder ängstliche Tiere brauchen Zeit, um Vertrauen zu fassen. Ein geregelter Tagesablauf mit festen Fütterungszeiten und Spaziergängen (bei Hunden) hilft ihnen, sich schneller einzuleben.
Erste Bindungsaufbau: Vertrauen durch Routine und Geduld
Vertrauen entwickelt sich nicht über Nacht. Dein neues Haustier muss erst lernen, dass es sich auf dich verlassen kann. Die ersten Wochen sollten von viel Geduld und ruhigen Interaktionen geprägt sein.
Hunde profitieren von festen Abläufen und positiver Verstärkung. Belohnungen, ruhige Worte und kleine Rituale wie gemeinsames Spielen fördern die Bindung. Katzen lassen sich oft nicht direkt auf intensive Streicheleinheiten ein – hier kann es helfen, sie mit ruhiger Stimme anzusprechen und durch interaktives Spiel Nähe aufzubauen.
Auch Kleintiere wie Kaninchen benötigen Zeit, um sich an neue Menschen zu gewöhnen. Durch vorsichtige Handfütterung oder leise Gespräche kannst du ihr Vertrauen gewinnen, ohne sie zu bedrängen.
Die ersten Nächte: Was tun, wenn das Tier unruhig ist?
Die erste Nacht im neuen Zuhause kann für viele Tiere ungewohnt und beängstigend sein. Manche Hunde winseln oder laufen unruhig umher, während Katzen in den ersten Nächten besonders aktiv sein können.
Lass dein Haustier nicht allein, sondern gib ihm Sicherheit durch deine Nähe. Ein Hund kann sein Körbchen neben deinem Bett haben, um sich weniger isoliert zu fühlen. Katzen hingegen ziehen sich meist zurück, benötigen aber eine ruhige Umgebung.
Falls dein Tier in den ersten Nächten jammert oder nervös ist, solltest du es nicht sofort hochnehmen oder übermäßig trösten – das könnte die Unsicherheit verstärken. Bleib stattdessen ruhig und vermittle deinem Haustier mit sanfter Stimme und routinierten Abläufen Sicherheit.
Erste Herausforderungen: Wie du Probleme meistern kannst
Jedes Tier ist individuell, und einige brauchen länger als andere, um sich einzugewöhnen. Dabei können verschiedene Herausforderungen auftreten, die mit Geduld und den richtigen Maßnahmen gemeistert werden können.
Unsauberkeit kann besonders bei Katzen zu Beginn ein Problem sein. Falls die Katze ihr Katzenklo nicht benutzt, kann dies verschiedene Ursachen haben. Es ist hilfreich, das Katzenklo an einem ruhigen und gut erreichbaren Ort aufzustellen und es regelmäßig zu reinigen. Einige Katzen bevorzugen eine bestimmte Art von Streu oder eine offene beziehungsweise geschlossene Katzentoilette.
Ein weiteres häufiges Problem ist Angst und Rückzug. Viele Tiere sind anfangs schreckhaft und ziehen sich zurück. Besonders in den ersten Tagen ist es wichtig, ihnen nicht zu viel abzuverlangen und ihnen einen sicheren Rückzugsort anzubieten. Anstatt sie aktiv aufzusuchen oder hochzuheben, sollte man ihnen die Möglichkeit geben, sich langsam von selbst zu nähern. Durch ruhige Bewegungen und eine sanfte Stimme kann das Vertrauen nach und nach aufgebaut werden.
Manche Katzen sind von Natur aus dämmerungsaktiv und können nachts besonders verspielt sein. Um ihren Aktivitätsdrang zu regulieren, ist es sinnvoll, sie am Abend mit einer ausgiebigen Spielrunde zu beschäftigen. Dadurch können sie sich auspowern und sind nachts ruhiger. Auch Hunde, die unruhig sind oder Schwierigkeiten haben, sich an die neue Schlafsituation zu gewöhnen, profitieren von klaren Abendroutinen, beruhigenden Ritualen und einem festen Schlafplatz.
Hunde mit Trennungsangst neigen dazu, zu bellen oder zu jaulen, wenn sie allein gelassen werden. Dieses Verhalten kann durch gezieltes Training reduziert werden. Anfangs kann es helfen, den Hund schrittweise an das Alleinsein zu gewöhnen, indem man die Zeiträume langsam steigert. Ein vertrauter Rückzugsort, ein getragenes Kleidungsstück mit dem Geruch des Besitzers oder ein beruhigendes Kau-Spielzeug können zusätzlich helfen, die Angst zu lindern.
Wenn Probleme über Wochen hinweg bestehen bleiben oder dein Tier sehr ängstlich wirkt, kann eine Rücksprache mit einem Tierarzt oder Verhaltensexperten hilfreich sein.
Die Eingewöhnung nach einer Adoption braucht Zeit und Geduld. Mit einer ruhigen Umgebung, festen Abläufen und liebevoller Zuwendung kannst du deinem neuen Haustier helfen, sich schnell zuhause zu fühlen. Jedes Tier ist einzigartig und braucht individuelle Unterstützung – doch mit Verständnis und Geduld wächst das Vertrauen Tag für Tag.
Bist du bereit, deinem neuen Familienmitglied den besten Start zu ermöglichen? Dann beginne mit Ruhe, Geduld und viel Liebe – und freue dich auf eine lange, glückliche gemeinsame Zeit!